Neue Dramaturgien VII. Imagination – Wie die Geschichte im Kopf entsteht.

Programm 2018

Raum 3   |   09:45 - 11:00 Uhr

Gespräch

Neue Dramaturgien VII. Imagination – Wie die Geschichte im Kopf entsteht.

Die mögliche Wirkung von Filmen und Serien auf den Zuschauer wird bei der Stoffentwicklung oftmals schon mitgedacht. Wie wird er das Wahrgenommene aufnehmen? Und wie kommt er zu seiner Bewertung? In der siebten Ausgabe ihrer Reihe ‚Neue Dramaturgien“ spricht Eva-Maria Fahmüller mit dem Medienwissenschaftler, Germanisten und Buchautoren Heinz-Peter Preußer über das, was im Zuschauer geschieht, über Imagination: Der Rezipient vervollständigt die Bilder und Töne eines Films, um ihn als Ganzes zu erfassen und zu verstehen. Dieser Prozess geht jedoch weit über die Ergänzung von Einzelbildern zu einem Ablauf hinaus. Er beinhaltet die emotionale Reaktion auf das Wahrgenommene. Er bedeutet auch den Abgleich des Filmgeschehens mit eigenem Wissen und gängigen Narrativen und darüber hinaus die Konstruktion einer vollständigen und kohärenten Filmwelt in der Vorstellung. Das Gespräch erläutert, was Imagination ist und welche Facetten sie für die Zuschauer hat. Es nimmt dabei Bezug zu Alien- und anderen Science-Fiction-Filmen, zu Dramen und Erzähltexten um 1900 und zu zeitgemäßen Serien wie Sherlock und True Detective. „Neue Dramaturgien VII“ geht der Frage nach, ob und inwiefern es zurzeit einen Trend zu Filmen und Serien gibt, die den Zuschauern mehr Freiräume zur Imagination bieten. Die Veranstaltung dreht sich aber auch um die Frage, wie sich die Imagination der Zuschauer bereits auf der Ebene des Erzählens aktiv steuern lässt: Wie lenkt eine Filmgeschichte die Emotionen und Vorstellungen der Zuschauer? Wann ist dieser Prozess für sie befriedigend? Und lassen sich diese Erkenntnisse in die dramaturgische Praxis übertragen?